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06. Februar 2010
VRR-Sozialticket ist Mogelpackung
Begleitet von widersprüchlicher öffentlicher Resonanz verkündeten die Fraktionen der CDU und der GRÜNEN in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) am 26.01.2010 die Einführung eines Sozialtickets im Gebiet des Verkehrsverbunds zum 01.10.2010.
Was auf den ersten Blick als Erfolg all jener Initiativen und politischen Kräfte erscheint, die sich bereits seit Jahren für die Einführung eines Sozialtickets in verschiedenen Städten und Kommunen des Tarifgebiets des VRR einsetzen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als sozial-politische Mogelpackung.
Sozialticket für 15 Euro? Aber nicht für alle!
Der angekündigte Preis von 15,00 Euro gilt lediglich für das ab 9:00 Uhr gültige Sozialticket der Preisstufe A1. In den großen Kommunen des VRR-Gebiets (zu der auch Oberhausen zählt) muss, nach den derzeitigen Plänen von CDU und GRÜNEN, das deutlich teurere Sozialtticket der Preisstufe A2 erworben werden. Die kostet dann aber nicht 15,00 Euro im Monat, sondern – in der Variante ohne zeitliche Einschränkung – bereits 23,00 Euro.
Sozialticket ja, aber nicht auf Kosten der übrigen Nutzer des Nahverkehrs
Abzulehnen ist auch die geplante Finanzierung des Sozialtickets über Fahrpreiserhöhungen für die übrigen Kunden des VRR. Die Finanzierung des Sozialtickets ist Aufgabe des Landes und nicht der NutzerInnen des öffentlichen Personennahverkehrs.
Keine Absprache mit den Verkehrsbetrieben?
Darüber hinaus wurden die Pläne mit den kommunalen Verkehrsbetrieben vor Ort offensichtlich nicht abgestimmt. „Wie sonst ist es erklärlich, dass mit der BOGESTRA und der RHEINBAHN zwei der größten Verkehrsbetriebe innerhalb des VRR umgehend ihren massiven Widerstand gegen das von GRÜNEN und CDU geplante Sozialticket ankündigten“, gibt Schäfer zu bedenken. „Welche Position die STOAG einnehmen wird und ob die Einführung des Sozialtickets am Widerstand der Verkehrsbetriebe scheitern wird, ist zurzeit noch nicht absehbar.“
Kommentare (4)
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A-Team schrieb am 14. Februar 2010 um 22:05
Was soll das denn? Endlich gibt es eine Sozialticket und ihr seid trotzdem dagegen? Das versteht doch keiner!
thomasso schrieb am 20. Februar 2010 um 18:39
Es ist doch alles nur das übliche Wahlkampfgetöse. CDU und Grüne üben schon mal Koalition für’s Land und versprechen Wohltaten auf Kosten Dritter, die sie nicht bezahlen müssen. Dumm ist, wer darauf reinfällt. Aber ob man sein Kreuzchen bei CDU, SPD oder den Grünen macht bleibt einerlei. Zahlen müssen diejenigen diese “Wohltaten”, die sich jetzt schon krumm legen und denen trotzdem kaum was bleibt. Damit der Rest der Bevölkerung schön weiter in der sozialen Hängematte schaukeln kann. Wahrscheinlich wird die Linkspartei demnächst noch Taxigutscheine für ihre Klientel fordern. Finanziert durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer!
Nico Rütters schrieb am 29. März 2010 um 13:30
Aha, die Sache hat also doch einen Haken! Da frage ich mich, wofür wir im April 2009 eigentlich auf die Straße gegangen sind und dem Elbers selbsterstellte Postkarten an den Kopp geknallt haben. 23€ ist aber eignetlich noch im Rahmen und immer noch günstiger als das billigste aller Monatstickets. Im übrigen bin ich auch dafür, dass dies nicht auf den Rücken der anderen Fahrgäste finanziert werden darf, das gibt sonst nur böses Blut.
@ Thomasso – dein Kommentar ist erbärmlich!
Deinen Hartz IV-Faschismus kannst du dir sonstwo hinstecken und statt auf die Sozialschwachen draufzuhauen, solltest du – wenn du wenig verdienst – lieber auf die Straße gehen um für höhere Löhne bzw. einen einheitlichen Mindestlohn zu demonstrieren! Ich gehe für meine Belange auch auf die Straße. Und ich kann mir solch einen kruden und erwerbslosenfeindlichen Schwachsinn nicht mehr anhören! Das die Sozialticket-initiative sowas nicht löscht, wundert mich.
Wir sind einfach zu gut für diese (feindliche) Welt
Jörn schrieb am 29. März 2010 um 13:58
Hallo Nico,
wer der “Elbers” ist, dem du “Postkarten an den Kopp geknallt hast”, weiß ich gerade nicht. Daher möchte ich auch jetzt nichts weiter dazu sagen. Was den Kommentar von thomasso anbelangt, möchte ich folgendes anmerken: so abstoßend auch ich die ewige (und immer gleiche) Herabwürdigung von Hartz-IV-BezieherInnen in der öffentlichen Diskussion finde, so wenig ich auch mit den Inhalten seines Kommentars übereinstimme, so bin ich doch der Meinung, dass dieses Blog das aushalten kann. Es liegt an UNS (den BetreiberInnen) in Form von Beiträgen und an euch (ja euch, die ihr das Blog hier besucht) in Form von KOMMENTAREN darauf einzugehen bzw. da was gegen zu setzen. Einfach löschen ist meiner Meinung nach meistens die falsche Anwort. Natürlich haben wir für uns Kriterien, die ein Kommentar nicht verletzen darf. Rassistische, sexistische, antisemitische und ähnliche gelagerte Kommentare werden ohne lange zu fackeln gelöscht. Dass jemand eine eher schlicht gestrickte Sicht der Dinge hat und diese hier äußert, nervt zwar, aber schiere Dummheit ist für uns kein Kriterium einen Kommentar zu löschen.
In diesem Sinne: Danke für DEINEN Kommentar. Wir nehmen ihn als Anregung bald mal einen Beitrag zu schreiben, der näher auf die ja nicht nur von thomasso verbreiteten Vorurteile gegenüber und Diffamierungen von Hartz-IV-BezieherInnen eingeht.
Viele Grüße
Jörn (Initiative Sozialticket JETZT!)