Sozialticket JETZT! - Ein Sozialticket für Oberhausen » VRR-Sozialticket

12. Juli 2010

Rot-Grün beschließt Unterstützung für VRR-Sozialticket

Im soeben ausgehandelten Koalitionsvertrag zwischen Grünen und SPD in NRW legen sich die beiden zukünftigen Koalitionspartner auf die Unterstützung der geplanten Einführung des Sozialtickets im Bereich des VRR fest.

Für die einkommensschwächsten Bürgerinnen und Bürger gibt es in einigen Städten und Kreisen unseres Landes das Angebot für ein Sozialticket. Durch steigende Fahrpreise und eine Ausdünnung der Bus- und Bahnangebote werden immer mehr Menschen in diesem Land von der Nutzung des ÖPNV und damit auch von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen. Kurzfristig werden wir deshalb die Initiative ergreifen und die flächendeckende Einführung von Sozialtickets in den jeweiligen Zweckverbänden des Landes unterstützen. Hierbei werden wir uns an den Zuschüssen des Landes für das Semesterticket sowie den Schülerfahrkosten orientieren und die entsprechenden Mittel aus dem Landeshaushalt zur Verfügung stellen. Wir werden ab dem Haushaltsjahr 2011 sicherstellen, dass die für den Januar 2011 geplante Einführung des Sozialtickets im Bereich des VRR unterstützt wird.
(Quelle: Koalitionsvertrag 2010-2015 zwischen der NRWSPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW)

Generell will Rot-Grün die flächendeckende Einführung von Sozialtickets in den Verkehrsverbünden in NRW unterstützen.  Dies ist angesichts der Blockadehaltung des bisherigen Landesregierung natürlich ein großer Schritt nach vorne. Nichtsdestotrotz bleibt weiterhin abzuwarten, ob das Sozialticket im VRR – wenn es denn jetzt wirklich 2011 kommen sollte – diesen Namen auch verdient.  Denn nur ein Sozialticket, das ALLEN Bedürftigen zu Gute kommt und für diese zu einem erschwinglichen Preis zu erstehen ist, ist auch ein Sozialticket.

14. März 2010

Einführung des VRR-Sozialtickets verschoben

Mensch hat es angesichts der unausgegorenen Pläne der Koalition von CDU und GRÜNEN im VRR schon fast denken können: das Sozialticket kommt (vorerst?) nicht. Die Einführung eines Sozialtickets für Bedürftige wurde zunächst auf den 01.01.2011 verschoben. Nach der vollmundigen Ankündigung und dem Sperrfeuer aus den Verkehrsbetrieben, will man nun zunächst über eine “Marktforschungsanalyse” die voraussichtlichen Kosten für das geplante VRR-Sozialticket bestimmen. Dies kann bedeuten, dass die Einführung des  VRR-Sozialticket damit auf den Sankt-Nimmerleinstag vertagt wird. Angesichts der genauso ekelhaften, wie gefährlichen Debatte um das angeblich mit der “spätrömischen Dekadenz” vergleichbare Leben von Hartz-IV-EmpfängerInnen steht zu befürchten, dass ein gesellschaftliches Klima geschaffen wird, welches die Einführung eines Sozialtickets für Bedürftige nicht nur weiter erschweren, sondern sogar gänzlich unmöglich machen wird. Darum kann die Forderung weiterhin nur lauten: wir brauchen ein Sozialticket JETZT! und nicht irgendwann.

17. Februar 2010

Überrollt

So fühlt man sich, wenn man Christa Drießen, der für Marketing und Vertrieb  Verantwortlichen bei der STOAG, glauben schenken möchte, von der Politik im VRR.  Ob dem so ist, sei dahingestellt. Drießen nutzt in einem Artikel im Lokalteil der heutigen WAZ jedenfalls die Gelegenheit Stimmung gegen das Sozialticket zu machen. Auf 1,2 Millionen Euro würden sich für die STOAG die Kosten für das  Sozialticket belaufen und prognostiziert einen Einnahameausfall von 20.- bis 30.- Euro pro Kunden im Jahr.

Auf der Homepage der STOAG finden sich bislang leider keine weiterführenden Informationen, die die von Frau Drießen in Feld geführten Zahlen, wenn schon nicht belegen, so doch wenigstens nachvollziebar machen würden. Wir in unserer Pressemitteilung vom 06.02.2010 (VRR-Sozialticket ist Mogelpackung) bereits darlegt haben, halten wir sowohl das von GRÜNEN und CDU geplante Finanzierungsmodell, als auch die Einführung des Sozialtickets auf Kosten der chronisch unterfinanzierten kommunalen Verkehrsbetriebe für grundlegend falsch. Die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs – und somit auch des Sozialtickets im VRR – ist eine allgemeingesellschaftliche Aufgabe. Die Finanzierung hat durch Steuermittel zu erfolgen. Nicht durch die übrigen Nutzer/innen des VRR und auch nicht durch die kommunalen Verkehrbetriebe.

Doch statt hierauf hinzuweisen, reiht sich Frau Drießen in die Reihe jener ein,  die mit unbelegten Zahlen jonglierend Stimmung gegen das geplante Sozialticket machen.

06. Februar 2010

VRR-Sozialticket ist Mogelpackung

Abfahrende U-Bahn im Duisburger Hauptbahnhof

Fährt der Zug ohne die Bedürftigen ab?

Begleitet von widersprüchlicher öffentlicher Resonanz verkündeten die Fraktionen der CDU und der GRÜNEN in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) am 26.01.2010 die Einführung eines Sozialtickets im Gebiet des Verkehrsverbunds zum 01.10.2010.

Was auf den ersten Blick als Erfolg all jener Initiativen und politischen Kräfte erscheint, die sich bereits seit Jahren für die Einführung eines Sozialtickets in verschiedenen Städten und Kommunen des Tarifgebiets des VRR einsetzen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als sozial-politische Mogelpackung.

Sozialticket für 15 Euro? Aber nicht für alle!

Der angekündigte Preis von 15,00 Euro gilt lediglich für das ab 9:00 Uhr gültige Sozialticket der Preisstufe A1. In den großen Kommunen des VRR-Gebiets (zu der auch Oberhausen zählt) muss, nach den derzeitigen Plänen von CDU und GRÜNEN, das deutlich teurere Sozialtticket der Preisstufe A2 erworben werden. Die kostet dann aber nicht 15,00 Euro im Monat, sondern – in der Variante ohne zeitliche Einschränkung – bereits 23,00 Euro.

Sozialticket ja, aber nicht auf Kosten der übrigen Nutzer des Nahverkehrs

Abzulehnen ist auch die geplante Finanzierung des Sozialtickets über Fahrpreiserhöhungen für die übrigen Kunden des VRR. Die Finanzierung des Sozialtickets ist Aufgabe des Landes und nicht der NutzerInnen des öffentlichen Personennahverkehrs.

Keine Absprache mit den Verkehrsbetrieben?

Darüber hinaus wurden die Pläne mit den kommunalen Verkehrsbetrieben vor Ort offensichtlich nicht abgestimmt. „Wie sonst ist es erklärlich, dass mit der BOGESTRA und der RHEINBAHN zwei der größten Verkehrsbetriebe innerhalb des VRR umgehend ihren massiven Widerstand gegen das von GRÜNEN und CDU geplante Sozialticket ankündigten“, gibt Schäfer zu bedenken. „Welche Position die STOAG einnehmen wird und ob die Einführung des Sozialtickets am Widerstand der Verkehrsbetriebe scheitern wird, ist zurzeit noch nicht absehbar.“


 
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